Am 13. März 1895 erhielt die Firma Goldschmidt in Essen das Kaiserliche Patent Nummer 96317: „Verfahren zur Herstellung von Metallen oder
Legierungen derselben“. Prof. Hans Goldschmidt war es gelungen, die Reduktion von Metalloxiden mit Aluminiumpulver technisch anwendbar zu
machen. Schnell erkannte er, dass die enorme Wärme der Reaktion auch zum Verschweißen von metallischen Werkstücken genutzt werden kann.
Nachdem Anfang des 20. Jahrhunderts Versuche zum Verbindungsschweißen von Straßenbahnschienen erfolgreich waren, wurden
1928 auch bei der Deutschen Reichsbahn die ersten Schienen lückenlos verschweißt.
Nach dem zweiten Weltkrieg führten fast alle Eisenbahngesellschaften der Welt die Thermit
®-Schweißung
zur Herstellung eines lückenlosen Gleises ein, was den Thermit
®-Gesellschaften
weltweit einen enormen Aufschwung brachte. Durch die Entwicklung des Schnellschweißverfahren SmW im Jahre 1955 konnte der Zeitbedarf für
eine Thermit
®-Schweißung deutlich reduziert und damit die Wirtschaftlichkeit gesteigert werden. Eine weitere Verbesserung gelang 1972 durch
das Schnellschweißverfahren SkV, welches als Standardverfahren bei der Deutschen Bundesbahn und vielen anderen Eisenbahngesellschaften der
Welt festgelegt wurde.
Darüber hinaus begannen die Thermit-Gesellschaften, durch elektrische Schweißverfahren die Geometrie der bereits verlegten und abgefahrenen
Schienen wiederherzustellen und die Fahreigenschaften zu verbessern. Insbesondere die Unterpulver-Schweißtechnik nach dem ELLIRA-Verfahren
kam hier zum Einsatz. Sie wurde entsprechend den Anforderungen der Bahngesellschaften zum ETEKA 5- bzw. RIFLEX-Schweißverfahren
weiterentwickelt. Zusätzlich werden spezielle Schleifgeräte zum Reprofilieren der Fahrfläche eingesetzt. Der Erfolg dieser Dienstleistung
führte dazu, dass mittlerweile auch neue Schienen mit gleichartigen Techniken vergütet und dadurch ihre Laufruhe und Verschleißfestigkeit
erheblich verbessert werden.
Nicht nur die Schweißverfahren, sondern auch die benötigten Vorrichtungen und Geräte wurden von den Thermit-Gesellschaften im Laufe der
Jahre konsequent weiterentwickelt. Zu nennen sind hierbei das hydraulische Abschergerät (1970), der automatische Tiegelstöpsel (1982) oder
der EURO-Tiegel zum einmaligen Gebrauch (1998). 1970 wurde die Isolierlasche Bauart MT im Markt eingeführt. Weitere Isolierlaschen wie auch
andere Produkte und Dienstleistungen ergänzen das vielfältige Leistungsspektrum der Gruppe.
Bereits vor dem ersten Weltkrieg erlangte das Thermit
®-Verfahren durch Vertretungen und Landesgesellschaften eine weltweite Verbreitung.
Durch Neugründungen und Beteiligungen wurde die internationale Organisation konsequent ausgebaut. Zu nennen sind hier Italien (1950),
Indien (1951), Brasilien (1952), Österreich (1952), England (1958), USA (1967), Südafrika (1976), Australien (1986), Tschechien (1993),
Ungarn (1995) und China (2004).
Im Jahre 1999 schließlich trennte sich die Thermit-Gruppe von ihrer Muttergesellschaft Goldschmidt AG und wurde von der Vermögensverwaltung
Erben Dr. Karl Goldschmidt GmbH, Essen (
VVG) übernommen. Im Zuge der Fokussierung der Gruppe auf die Erneuerung und
Instandhaltung der Schienen-Infrastruktur der Eisenbahngesellschaften konnte im Jahre 2001 die ELAUGEN-Gruppe übernommen werden.
Die organisatorische Neuordnung fand im Jahre 2005 durch die Eröffnung einer zentralen Thermit
®-Fertigung
in Halle/Saale und die Fusion mehrerer europäischen Dienstleistungsgesellschaften zur Goldschmidt Thermit Railservice GmbH ihren vorläufigen Abschluss.
Damit sehen sich die Gesellschaften der Goldschmidt-Thermit-Gruppe für die Herausforderungen der weltweiten Modernisierung und Leistungssteigerung
der Gleisnetze gerüstet und werden ihren Beitrag zur Verbesserung des Angebotes der Eisenbahngesellschaften leisten.